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Minsker Studierende: "Bonn beeindruckt"

Minsker Studierende beim Energieseminar des Minsk Club Bonn
„Ich hatte eine Gänsehaut, als ich vor dem UN-Gebäude stand“, räumte Tatjana, Jurastudentin aus Minsk, ein. "Solche Gebäude kennt man nur aus dem Fernsehen. Und jetzt konnte ich direkt davorstehen!" Alle Seminarteilnehmer aus einer 2- Millionen Stadt waren sich einig: „Bonn ist viel lebendiger, bunter und internationaler als Minsk!“
Bereits zum siebten Mal hat der Minsk Club Bonn sein Seminar „Erneuerbare Energien als Maßnahme zur Bekämpfung des Klimawandels“ für Studierende der Partnerstadt Minsk durchgeführt. Erstmals konnten mit finanzieller Unterstützung durch Engagement Global sowie der Stadt Bonn mehr Teilnehmer als früher eingeladen werden. Sechs Studierende aus der Technischen Universität Minsk, je einer der Verwaltungsakademie und der Universität für Informatik und Radioelektronik sowie der stellvertretende Leiter des Energiezentrums Minsk konnten sich vom 8. bis 12. Juli 2019 über den Einsatz erneuerbarer Energien in Bonn informieren.


Empfang im Bonner Rathaus

Professor Walter Kessel, der erste Vorsitzende des Clubs und Stefan Wagner (im Bild), Leiter des Amtes für Internationales und Globale Nachhaltigkeit der Stadt Bonn, begrüßten die Gäste im Alten Rathaus.

Praxisorientierte Programmpunkte
Ziel des Seminars war es, die der Nutzung alternativer Energien zu Grunde liegende Strategie zu vermitteln. Die technisch machbare und wirtschaftlich rentable Umsetzung konnten die Minsker bei Besuchen von Unternehmen und Einrichtungen kennenlernen:
o Bei der Sanitär- und Heizungsfirma Küpper die Nutzung von Photovoltaik und Sonnenenergie,
o beim Hotel Kameha die Nutzung der Oberflächen-Geothermie auf Wasserbasis,
o im Post Tower die Verwendung von Wasser für Heizung und Kühlung sowie das computergestützte Ventilationssystem,
o in der Uni Bonn die Nutzung von Biomasse und die noch experimentelle Nutzung von Biomaterial als Rohstoff für das Bauwesen oder den Agrarbereich,
o in der Uniklinik Bonn die Energiezentrale und ihre Nutzung alternativer Energien,
o in der RWTH Aachen eine Windkraftanlage im Teststatus sowie die Montage von Elektroautos.
Thomas Neumann und Lars Klitzke, Ingenieure und Berater der Bonner Energieagentur, ergänzten die Praxisbeispiele mit Vorträgen zur systematischen Nutzung erneuerbarer Energien bzw. zur Frage eines energieeffizienten Gebäudebaus. Mirko Heid, Stadtwerke Bonn, erläuterte die Energiepolitik der Stadt.




Zertifikatsübergabe von links nach rechts:
Prof. Dr. h.c. Walter Kessel, Christiane Overmans sowie
Dr. Gregor Berghorn

Erkenntnisse der Seminarteilnehmer
In der Abschlussrunde im Alten Rathauses mit Christiane Overmans, stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Internationales und Wissenschaft, brachten die Minsker ihre Eindrücke auf den Punkt:
1. Der internationale Charakter von Bonn, erkennbar am UN-Status und an den vielen ausländischen Studenten, ihr abwechslungsreiches Erscheinungsbild, die Architektur in der Altstadt sowie der Bonner Grüngürtel haben alle tief beeindruckt.
2. Das von Praxis bestimmte Seminar konnte die Teilnehmer von der zugrunde liegenden Strategie zur Nutzung erneuerbarer Energien überzeugen. “Bei uns spricht man zwar davon, hier in Bonn haben wir aber gesehen, dass der Einsatz erneuerbarer Energien tatsächlich funktioniert“, so Gennadij, Ingenieur der Minsker Energiezentrale. Die Teilnehmer nahmen die Überzeugung mit nach Hause, dass sich in Deutschland ein fester Wille formiert, den Einsatz erneuerbarer Energien systematisch anzugehen, diese Technologien weiter zu entwickeln und dabei wirtschaftliche Aspekte mit zu berücksichtigen.
3. Der Besuch an der RWTH Aachen war nicht nur in technischer Hinsicht interessant: Dass die Diplomarbeiten der Studenten von Unternehmen ernst genommen werden, ihre Themen mit Firmen abgesprochen sind, dass bereits während des Studiums der Kontakt zum späteren Arbeitgeber besteht, also sowohl Universität als auch Unternehmen die Arbeiten und Leistungen der Studenten wertschätzen, löste bei den Minsker Studenten Betroffenheit aus. Derartiges, so ihre einstimmige Vorstellung, gebe es im Belarus leider nicht.

Verstärkte Kooperation
Erfreulich war, dass mit Gennadij. sowie mit der Promotionsstudentin Olga von der TU Minsk weiterführende Kontakte vereinbart wurden, um die Kooperation zwischen den Partnerstädten, insbesondere mit der Technischen Universität Minsk und der Energiezentrale der Stadt Minsk, zu vertiefen.
Der Minsk Club Bonn e. V. hat bisher 65 Studenten und Studentinnen der Universitäten der Partnerstadt, darunter auch erstmalig einen Ingenieur der Energiezentrale Minsk, zu seinen Seminaren nach Bonn einladen können.

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