Update: Die Abteilung für Osteuropäische Geschichte teilt mit, dass der Protest erfolgreich war: “Wir sind froh, dass wir Ihnen mitteilen können, dass Ihr Einsatz sich gelohnt hat. Die Umstrukturierungspläne, welche die Philosophische Fakultät am 1. Februar in 3. Lesung verabschiedet hat und die die Grundlage für die Beratungen mit dem Rektorat und für den ausführlichen Struktur- und Entwicklungsplan 2020 bilden werden, tasten die Abteilung für Osteuropäische Geschichte nicht in ihrer Existenz an.”
Die Abteilung für Osteuropäische Geschichte an der Universität Bonn ist Gegenstand der Einsparungspläne der Philosophischen Fakultät. Eine Initiative aus Studierenden und Lehrenden des Faches informiert über die Hintergründe und bittet um Unterstützung. Selbst die FAZ berichtete: Warum nicht eine TU Bonn?
Prof. Dr. Dahlmann fürchtet, dass seinem Fach nun ein ähnliches Schicksal wie bereits der Slavistik droht, die nach einer “Verschleierungs- und Hinhaltetaktik der Dekanate und der Rektorate in den Vergangenen sieben Jahren” mit dem Auslaufen des Magisterstudiengangs wohl entgültig abgeschafft ist.
Der Minsk Club Bonn e.V. verfolgt die Entwicklungen mit großer Sorge und bittet Dekan Prof. Dr. Geyer in einem offenen Brief, von Sparplänen zulasten der Fächervielfalt abzusehen:
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Geyer,
über die Initiative der Studierenden der Osteuropäischen Geschichte, sowie aus der Presse haben wir von den neuerlichen Einsparungsplänen an der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn erfahren. Es heißt, hier werde nach dem Ende der Slavistik nun auch die Schließung der Osteuropäischen Geschichte diskutiert.
Die Abteilung Osteuropäische Geschichte ist langjähriger Partner des Minsk Clubs Bonn e.V. Nicht nur die wissenschaftliche Arbeit, auch die Lehre wird an dieser Abteilung mit außergewöhnlichem Einsatz betrieben. Gerade Projekten in Kooperation mit der Zivilgesellschaft, in denen Studierende berufsqualifizierende Kompetenzen erwerben können, steht man aufgeschlossen gegenüber.
Es ist Teil unserer historischen Verantwortung, gute und vertrauensvolle Beziehungen zu Mittel- und Osteuropa, dem Schauplatz des Holocaust und des deutschen Vernichtungskriegs, zu fördern. Für die Entwicklung eines gemeinsamen Europas müssen wir die Zusammenarbeit auf zivilgesellschaftlicher Ebene, den Austausch von Wissenschaftler/innen – und gerade Historiker/innen – aktiv betreiben. Aus unserer Sicht ist es gerade in einer Stadt wie Bonn, die sich die Internationalität auf die Fahnen schreibt, wichtig, dass Studierende die Möglichkeit haben, Osteuropakompetenz zu erwerben.
Wir möchten Sie bitten, die Sparpläne zulasten der philosophischen Fakultät zu überdenken und insbesondere von Streichungen kleiner Fächer wie der Osteuropäischen Geschichte Abstand zu nehmen.
Mit freundlichen Grüßen,
Else Rieser, Vorsitzende

