Beiträge zur aktuellen Lage in Belarus
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Land
Die Republik Belarus bildet die Grenze zwischen West- und Osteuropa. Angrenzend an Russland (im Norden und Osten), die Ukraine (im Süden) sowie Polen, Litauen und Lettland (im Westen und Norden), nimmt Weißrußland eine Fläche von 207.600 Quadratkilometern ein, die von rund 10 Millionen Menschen aus mehr als 100 Nationalitäten bevölkert wird.
In der waldigen Landschaft glitzern als “blaue Augen” des Landes 11.000 Seen. Besonders viele von ihnen sind auf der weißrussischen Seenplatte im Norden des Landes zu finden. Im Süden dehnen sich die riesigen Sümpfe von Palesse aus. Die Flüsse Dwina und Njoman münden in die Ostsee, Pripjat und Dnepr ins Schwarze Meer, 20.000 Flüsse und Bäche gibt es insgesamt im Land. Belarus ist reich an Naturressourcen und Bodenschätzen, große Teile des Landes werden landwirtschaftlich genutzt. Die ausgedehnten Waldgebiete haben eine hohe Bedeutung für den globalen Klimaschutz. Das Wetter ist mild und eher feucht.
Leute
Warum Weißrussland? „Weiße Rus“ wird von manchen mit “unabhängig, frei” übersetzt, andere Deutungen führen den Begriff auf die weiße Kleidung, blonden Haare und helle Hautfarbe der Dorfbevölkerung zurück. Eine weitere Erklärung verbindet den Namen mit der Christianisierung, die weit früher als im benachbarten und lange noch heidnischen Russland stattfand. Die meisten Historiker jedoch beziehen sich in ihren Erklärungsversuchen auf Ereignisse im 13. Jahrhundert. Damals wehrten die Fürstentümer Polatsk, Minsk, Smalensk, Turau und Witebsk mongolisch-tatarische Angriffe erfolgreich ab. Sie wurden danach im Gegensatz zu den besetzten Gebieten – den „Schwarzen Rus“ – als „Weiße Rus“ bezeichnet.
Die Urbevölkerung von Belarusspricht das angestammte belarussisch – übrigens vom 14. bis zum 17. Jahrhundert auch Amtssprache des Großfürstentums Litauen. Mit Aufnahme Weißrußlands in das russische Reich gewann die russische Sprache zunehmend an Bedeutung. Die Belarussen stellen nach wie vor über 80 Prozent der Bevölkerung, doch auch Russen, Polen, Ukrainer, Balten und Vertreter vieler anderer ethnischer, kultureller und religiöser Minderheiten sind vertreten.
Die jüngere Vergangenheit des Landes ist geprägt von Kriegen, politischen Veränderungen und Umweltproblemen. In den Kriegsjahren 1941 – 1945 kam in Belarus jeder vierte Bewohner ums Leben. 209 belarussische Städte, darunter auch Minsk, und 9200 Dörfer und Siedlungen wurden in Schutt und Asche gelegt. 20 Jahre – von 1950 bis 1970 – dauerte es, das Land wiederaufzubauen und Industrie und Landwirtschaft zu tragfähigen Säulen zu entwickeln. Nach dem Auseinanderfallen der Sowjetunion gab sich die Republik Belarus im Jahre 1994 ihre Verfassung als unitarischer, sozialer Rechtsstaat.
Nach der Reaktorkatastrophe von Tchernobyl am 26. April 1986 war auch Belarus von den Folgen des radioaktiven Niederschlags stark betroffen. Insbesondere im an die Ukraine angrenzenden südlichen Teil des Landes werden werden Mensch und Natur noch in den nächsten Generationen unter den Auswirkungen des Reaktorunglücks leiden.
Stadt
Die erste Erwähnung von “Menesk” ist in einer Chronik aus dem Jahre 1067 zu finden. Im Mittelalter entwickelte sich die Stadt am Zusammenfluss von Swislotsch und Nemiga zu einem wichtigen Handelszentrum zwischen Schwarzem Meer und Ostsee sowie den europäischen Städten und den östlichen russischen Fürstentümern.
Heute ist Minsk die Hauptstadt der Republik Belarus und mit 1,7 Millionen Einwohnern (Stand: Ende 2003) auf einer Fläche von 255,8 km2 zugleich die größte Stadt Weißrußlands. Doch Minsk ist nicht nur Hauptstadt und Regierungssitz, sondern auch Gebiets- und Kreisstadt. Der Stadtrat ist zuständig für Stadtbezirke, Dorfsiedlungen und eine städtische Siedlung.
Die Stadt bildet das politische, wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes und ist mit zwei Passagier- und einem Frachtflughafen auch der größte Verkehrsknotenpunkt der Republik Belarus.
Industrie, Wissenschaft, Forschung und Verkehr sind in Minsk gut entwickelt. So sind rund 300 Unternehmen vor allem aus den Bereichen Maschinenbau, Elektroenergie, Buntmetallurgie, medizinische und polygrafische Industrie vor Ort ansässig. Die Wissenschaftsstadt Minsk beherbergt die Nationale Akademie der Wissenschaften sowie zahlreiche Forschungsinstitute und Universitäten.
Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs hat sich die Stadt ein neues Gesicht gegeben, die den Charme von Alt und Neu vereint. Alte, architektonisch wertvolle Gebäude wurden restauriert und prägen heute gemeinsam mit neuen Bezirken, breiten Straßen und großen Plätzen das Stadtbild.
Tschernobyl-Katastrophe
Am 26. April 1986 kam es im 4. Reaktor des Atomkraftwerkes Tschernobyl in der Ukraine zu einem schweren Unfall. Durch radioaktiven Niederschlag war der südliche Teil von Belarus sehr stark betroffen. An den Auswirkungen des Reaktorunglücks werden Mensch und Natur in Weißrußland noch in den nächsten Generationen leiden.
