Im Juni 2010 erschien in Bonn ein Buch mit dem Titel “Gespaltene Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in Belarus”. Es entstand als Ergebnis des Austauschs von Studierenden der Bonner Abteilung für Osteuropäische Geschichte und der Minsker Historischen Fakultät der Staatlichen Universität. Übrigens bin auch ich über dieses Projekt zum Minsk Club geraten.

Neben der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft und der Friedrich-Naumann-Stiftung wurde das Projekt auch vom Minsk Club Bonn unterstützt.
Das Buch gibt es hier zum freien Download (pdf).
Hier eine kurze Beschreibung:
Innerhalb der deutschen Geschichtswissenschaft nimmt die Erforschung der Zeit des Zweiten Weltkrieges auf dem Gebiet des heutigen Belarus bisher nur einen untergeordneten Platz ein. Auch die belarusische Erinnerungskultur an diese Zeit ruft innerhalb der deutschen Wissenschaft nur wenig Interesse hervor und spielt im Bewußtsein der deutschen Öffentlichkeit nur eine marginale Rolle. Für BelarusInnen ist die Erinnerung an diese Zeit jedoch enorm wichtig, denn ein Drittel der Bevölkerung wurde Opfer des Krieges. In den verschiedenen Epochen seit 1945 haben sich die Mächtigen diesen Umstand zur Konstruktion einer sowjetisch oder belarusisch gefärbten staatlichen Erinnerungskultur zu Nutze gemacht, nicht zuletzt, um ihre eigene Herrschaft zu legitimieren.
In diesem Sammelband ist ein gutes Dutzend Essays zusammengetragen, die das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. Die AutorInnen sind Studierende der Belarusischen Staatlichen Universität in Minsk und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn.
Wer wissen will warum belarusisch und nicht belarussisch geschrieben wurde, findet auf S. 11 Fußnote 3 die passende Erklärung.
Zu dem Buch sind zwei Rezensionen erschienen:
Die erste in der Zeitschrift Belarus Perspektiven, Ausgabe 49.
Die zweite in der Zeitschrift Osteuropa, Oktober 2010, S. 115.
